INFORMATIVE WIRKUNGEN VON UMWELTBELASTUNGEN - BIOPHOTONENFORSCHUNG AUS OST UND WEST
von Marco Bischof
copyright Ó 1991, Marco Bischof, Berlin.
Vortrag am Kongreß "Chemie-Umwelt-Mensch" - Krankheiten durch Chemikalien,
neue Denkstrukturen. Internationaler Kongreß des Zentrums zur Dokumentation für
Naturheilverfahren e.V. (ZDN), Essen, des Bundes für Umweltschutz und Naturschutz
Deutschland e.V. (BUND), Bonn, und des Ökologischen Ärztebundes, Bayersoien,
am 25.Mai 1991, Lindau am Bodensee.
EINLEITUNG
Wir haben heute eine Methode zur Verfügung, mit der man Umweltbelastungen mit
z.T. bisher unerreichter Empfindlichkeit nachweisen kann, mit der sich aber
auch einige Belastungen bestimmen lassen, die bisher mit keiner anderen Methode
erfasst werden können, wie z.B. die radioaktive Bestrahlung von Lebensmitteln und
Gewürzen, wie sie heute zur Konservierung angewendet wird. Mit dieser Methode
lassen sich ausserdem synergetische Wirkungen mehrerer Belastungen messen, die
sich ja durchaus nicht immer nur summieren (z.B. verschiedene Chemikalien,
chemische Stoffe plus elektromagnetische Felder im "Elektrosmog", etc.).
Ich spreche von der Messung der "ultraschwachen Zellstrahlung" oder kurz
Biophotonenmessung. Sie besitzt noch eine Reihe weiterer Vorteile in der
Schadstoff-Analytik, wie ich im Folgenden ausführen werde. Sie weist aber
darüber hinaus auch den Weg in eine ganz neue Dimension des Umweltproblems,
wie Sie im zweiten Teil meines Referats hören werden.
DIE ENTWICKLUNG DER BIOPHOTONENFORSCHUNG
Die Entdeckung der Zellstrahlung geht auf den russischen Histologen und Embryologen
Alexander Gurwitsch (1874-1954) zurück, der 1922 bei Versuchen zur Morphogenese
(biologischen Formbildung) zum Schluss kam, daß Zwiebelwurzeln eine Art von
Strahlung aussenden, die die Zellen einer zweiten Zwiebelwurzel zur verstärkten
Zellteilung (Mitose) anregen. Er nannte sie aus diesem Grund
"mitogenetische Strahlung". Gurwitsch nahm an, daß es sich um UV-Strahlung
handeln müsse, war jedoch nicht in der Lage, mit den damals zur Verfügung
stehenden Messinstrumenten ihre Existenz zweifelsfrei nachzuweisen.
Durch weitere Forschungen kam er zum Schluss, daß diese Strahlung Ausdruck
eines "biologischen Feldes" im Organismus sei, welches Formbildung und viele
andere Lebensvorgänge steuere und auch bei der Krebsentstehung eine Rolle spiele.
Nachdem anfänglich viele Wissenschaftler in Ost und West Gurwitschs Forschungen
aufgenommen hatten, kam die wissenschaftliche Gemeinschaft im Westen Anfang der
vierziger Jahre zum Schluss, diese Strahlung existiere nicht. Während Gurwitschs
Arbeit in der Sowjetunion weitergeführt wurde, musste die Zellstrahlung im Westen
nach dem 2.Weltkrieg wieder neu entdeckt werden. Diese Arbeit, durch die nun zur
Verfügung stehenden modernen technischen Mittel (Photomultiplier) und theoretischen
Grundlagen (Quantenoptik, Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik) auf einer neuen
Grundlage möglich geworden, wurde vor allem vom deutschen Biophysiker
Fritz-Albert Popp (Kaiserslautern) geleistet, der 1974 unabhängig von den
sowjetischen Arbeiten das "Licht aus den Zellen" neu entdeckt hatte.
Wie sich nun herausstellte, handelte es sich bei dem extrem schwachen Licht
(vergleichbar einer Kerzenflamme, die man auf 20 km Distanz sieht) nicht nur um
UV-Strahlung, sondern um Photonen im gesamten optischen Bereich vom UV
über das sichtbare Licht bis zur Infrarotstrahlung. Diese Strahlung ist bei
allen Lebewesen vorhanden, tritt verstärkt auf bei der Zellteilung und beim
Zelltod und reagiert sehr sensibel auf alle Arten von Einflüssen, denen die
Zellen ausgesetzt werden. Popp konnte beweisen, daß es sich bei der
Zellstrahlung um kohärentes Licht (Laserlicht) handelt, eine Voraussetzung
dafür, daß das Biophotonenfeld im Organismus eine regulierende Funktion haben
kann, wie Popp und andere Forscher annehmen. Einen Vergleich der Eigenstrahlung
der Messapparatur (Rauschen) mit der Strahlung von Gurkenkeimlingen zeigen
Abbildungen 1a und 1b.
Es konnten auch bereits eine Reihe von Anwendungen entwickelt werden.
Neben der Umweltbelastungs-Analytik sind dies vor allem die Tumorforschung
und die Nahrungsmittel-Qualitätsbestimmung.
DER EINFLUSS VON UMWELTEINFLÜSSEN AUF DIE BIOPHOTONEN-EMISSION VON BIODETEKTOREN
Die Verwendung von "Biodetektoren", d.h. von lebenden Organismen und Zellen,
als Mess-"Instrumente" für den Nachweis sehr schwacher Einflüsse, die noch
Gurwitsch zum Vorwurf gemacht wurde, könnte sich für die Zukunft als überaus
fruchtbar erweisen. Statt Umweltbelastungen direkt zu messen, misst die
Biophotonenanalytik Veränderungen in der Lichtemission von Gurkenkeimen,
Hefezellen und anderen pflanzlichen, tierischen und menschlichen Zellen,
die noch Einflüsse anzeigen, wo direkte chemische und physikalische Messmethoden
nichts mehr erfassen können. Die herkömmlichen biochemischen und physikalischen
Methoden haben zudem den Nachteil, daß sie nur solche Einflüsse nachweisen können,
deren Natur bereits bekannt ist und nach denen gezielt gesucht wird.
Mit Biophotonenmessungen lassen sich jedoch auch Einflüsse unbekannter Natur erfassen. Die Methode ist überdies nicht-invasiv, d.h. sie kann ohne Störung oder Zerstörung des untersuchten Lebewesens durchgeführt werden. Sie kann jedoch nicht generell die biochemische Analytik ersetzen, sondern sollte ergänzend zu dieser oder in den Fällen eingesetzt werden, wo die Biochemie versagt. Mit ihr können nämlich nicht wie in der Biochemie die einzelnen Einfluss-, Belastungs- oder Schadensfaktoren bestimmt werden, sondern sie erlaubt eine ganzheitliche Erfassung von Schädigungen oder Einflüssen; es handelt sich deshalb im Grunde nicht um eine "Analytik" im herkömmlichen Sinne.
Im Folgenden möchte ich die Ergebnisse einiger Messungen vorstellen, in denen
mithilfe von Biophotonenmessungen verschiedene Arten von Umwelteinflüssen
nachgewiesen werden konnten.
RADIOAKTIVE STRAHLUNG
Der Nachweis schwacher ionisierender Strahlung (Beta-, Gamma- und Neutronenstrahlung)
ist eines der Gebiete, wo die Biophotonenanalyse empfindlicher als andere Verfahren
ist. In seiner Dissertation in Experimentalphysik und in einer weiteren Arbeit
konnte der Wiener Biophysiker Herbert Klima zeigen, daß der Faktor, um den sich
die ultraschwache Zellstrahlung von Pflanzen nach einer radioaktiven Exposition
erhöht, als zuverlässiges Mass für die Relative Biologische Wirksamkeit (RBW) der
ionisierenden Strahlung genommen werden kann. Zur Bestrahlung wurden die schwächsten
technisch herstellbaren radioaktiven Quellen benützt. Diese Methode ist wesentlich
weniger aufwendig als die üblichen Methoden zur Ermittlung der RBW-Faktoren, erfordert im Gegensatz zu diesen keine Tieropfer und kann zudem bei ungefährlichen Strahlenbelastungen durchgeführt werden. Mit Klimas Versuchen konnte auch die Behauptung widerlegt werden, es gebe eine niedrigste Schwellendosis, unterhalb derer biologische Effekte nicht mehr auftreten.
Popp konnte zeigen, daß die konventionelle Keimfreimachung durch radioaktive
Bestrahlung eine lange anhaltende Erhöhung der Biophotonenemission hervorruft.
Die Erhöhung, die über 1 Jahr nachweisbar ist, beträgt anfangs über das Hundertfache.
Zur Konservierung gamma-bestrahlter Pfeffer zeigt nach Lichtanregung eine signifikant
höhere Photonenzählrate als unbehandelter Pfeffer unter sonst gleichen Bedingungen,
d.h. gleicher Herkunft und gleichen Alters (Abbildung 2). Man kann mit der
Biophotonenmessung noch Bestrahlungen mit Dosen von 1-10 kiloGray nachweisen,
wobei die Biophotonenemission sich bei 1 oder 10 kGray nicht wesentlich unterscheidet.
Die Empfindlichkeit reicht also aus, die übliche Bestrahlungsdosis, die in diesem
Bereich liegt, nachzuweisen.
CHEMISCHE UMWELTBELASTUNGEN
Im Rahmen von Untersuchungen zum Waldsterben konnten P.Roschger und H.Klima vom
Atominstitut der Österreichischen Universitäten in Wien zeigen, daß die
Biophotonenemission aus Pflanzen ein geeigneter biophysikalischer Parameter ist,
um die Einwirkungen von Stickoxiden auf Pflanzen zu untersuchen bzw. die schädigenden
Wirkungen festzustellen. Die Wasserlinse erwies sich als geeigneter Bioindikator.
Die Veränderungen der Biophotonenstrahlung der Wasserlinsenproben bei der Begasung
mit NOx wiesen auf eine unmittelbare Wechselwirkung des Gases mit bestimmten
Zellkomponenten hin; vermutet wird ein Einfluss auf die Photosyntheserate.
Nach dem Emissionsverhalten der Zellen konnten drei verschiedene Dosisbereiche von
NOx in Bezug auf die Wirkung auf Pflanzen unterschieden werden: 1) niedrige Dosen:
Absinken der Photonenemission (Abbildung 3); 2) Mittlere Dosen: Ansteigen der
Lichtemission, aber noch reversible Rückkehr zur normalen Photonenemission
(Abbildung 4); 3) Hohe Dosen: Ansteigen ohne anschliessende Rückkehr zu den
Normalwerten, d.h. irreversible Schädigung der Zellen (Abbildung 5).
Bei Atrazin ist Popps Arbeitsgruppe in Kaiserslautern in der Lage, durch
Biophotonenmessung noch 700 Nanogramm/l nachzuweisen; die Messungen sind gut
reproduzierbar. Zulässig sind in der Bundesrepublik 1000 Nanogramm/l. Bei anderen
Stoffen liegen keine systematischen Forschungen vor; es wurden erst vereinzelte
Messungen gemacht, die jedoch Hinweise auf die Nachweisbarkeit z.B. von
Schwermetallkontamination von Feldfrüchten lieferten.
EINFLUSS VON UMWELTBEDINGUNGEN AUF DIE LEBENSMITTELQUALITÄT
Die Forschungen von Popps Arbeitsgruppe ergaben ausserdem, daß Umweltbedingungen
für die Qualität von Nahrungsmitteln eine entscheidende Rolle spielen.
Die Agrarwissenschaftlerin Barbara Köhler von der Universität Göttingen hat für
ihre Dissertation unter streng kontrollierten Bedingungen Eier aus Käfig-,
Boden- und Freilauf-Haltung auf die Unterschiede in ihrer Photonenemission
untersucht, wobei es sich um Blindproben handelte. Das Eigelb der Eier aus
Bodenhaltung und dasjenige aus Freilaufhaltung unterschieden sich signifikant
durch ihre Photonenabstrahlung (Abbildung 6), während die Unterschiede zwischen
Bodenhaltung und Batteriehaltung weniger deutlich sind. Chemisch lassen sich
keinerlei Unterschiede feststellen.
INTERESSANTE BEOBACHTUNGEN DER BIOPHOTONENFORSCHUNG WEISEN AUF NEUE DIMENSIONEN HIN
Eine ganze Reihe von Phänomenen, die von Biophotonenforschern bei diesen und
anderen Versuchen beobachtet wurden, weisen darauf hin, daß die Wissenschaft
mit diesen Forschungen eine neue Ebene der biologischen Wirklichkeit betritt.
Wirkungen geringster Reize: Von der Biophotonenforschung, aber auch in der Forschung
über die biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder wird immer wieder
festgestellt, daß Lebewesen ausserordentlich empfindliche Detektoren sind.
Sie reagieren noch auf geringste Reize, die von physikalischen Instrumenten
nicht mehr festgestellt werden können. Um eine bestimmte Wirkung auszulösen,
genügen oft sehr schwache Energien; nicht selten kommt es vor, daß nur diese
schwachen Reize wirksam sind, während eine Erhöhung keine Veränderung bringt
oder gar unwirksam ist. Offensichtlich ist auch, daß die schwachen Signale im
Organismus irgendwie verstärkt werden.
Nichtlineare Effekte: Die Messungen zeigen oft kein 1:1-Verhältnis zwischen Dosis
und Wirkung. Bei einer Erhöhung oder Erniedrigung der Dosis oder der Intensität
eines Reizes erfolgt nicht einfach eine entsprechend stärkere bzw. schwächere
Wirkung; oft stellt sich sogar eine Umkehrung des Effekts bei Erhöhung bzw.
Erniedrigung über eine bestimmte Schwelle hinaus ein ("homöopathischer Effekt").
Solche nichtlineare Dosis-Wirkungs-Zusammenhänge kommen insbesondere auch bei
synergetischen Wirkungen vor: zusammen wirken zwei Stoffe/Reize manchmal einander
nichtlinear verstärkend, manchmal ebenso abschwächend, manchmal aber auch einander
neutralisierend. "Mehr" bedeutet also nicht immer "besser" oder "stärker";
quantitatives Denken erweist sich zumindest als beschränkt gültig, muß vielleicht
im Bereich des Lebendigen ganz abdanken.
Die nichtlinearen Effekte und die Wirkungen geringster Reize weisen auf ein
"Prinzip des geringsten Aufwandes" hin, das man schon lange in der Natur vermutet
hat (Taoismus, Leibniz, Maupertuis, Max Planck). Es scheint eine Art Optimierung
in der Natur zu geben, ja man wagt es wieder, von einer "Intelligenz in der Natur"
zu sprechen.
Schmale "Fenster" der Wirksamkeit: Aus der Forschung über die biologischen Wirkungen
elektromagnetischer Felder stammt die Beobachtung, daß diejenigen Reize, die klare
Wirkungen auszulösen vermögen, in der Regel nicht nur sehr schwach sind, sondern
auch sehr schmale Intensitäts- und Frequenzfenster haben. Die Reize sind unter
einer bestimmten Stärke unwirksam, über einer nur wenig höheren ebenfalls. Auch
frequenzmässig sind sie sehr schmalbandig.
Erinnerungsfähigkeit biologischer Systeme: Eine weitere Beobachtung der
Biophotonenforschung ist, daß biologische Systeme eine Art von Erinnerungsfähigkeit
für frühere Zustände und Erfahrungen besitzen. Darauf weist z.B. die
Nichtumkehrbarkeit vieler Prozesse hin. In einem gewissen Mass scheint eine
solche Erinnerungsfähigkeit auch gewissen unbelebten Substanzen eigen zu sein
(gewisse Metalle wie Nitinol, Glas). Wenn sich entsprechende Hinweise bestätigen
sollten, wäre besonders eine Erinnerungsfähigkeit von Wasser von Konsequenz,
spielt doch diese Substanz für das Leben auf dem Planeten Erde eine zentrale Rolle.
Erinnerungsfähigkeit bedeutet auch Lernfähigkeit - ebenfalls ein Faktor, der auf
eine gewisse "Intelligenz" hindeutet. Sollte sich diese Beobachtung bestätigen,
so ist die Durchführbarkeit der von der Wissenschaft geforderten Reproduzierbarkeit
zumindest empfindlich eingeschränkt.
NEUE MODELLVORSTELLUNGEN ZUR ERKLÄRUNG DIESER PHÄNOMENE
Solche Beobachtungen (es sind nur Beispiele) versucht die Biophysik heute im
Rahmen neuer Modellvorstellungen zu erklären. Die hauptsächlichsten davon
stammen aus
- der Nichtgleichgewichts-Thermodynamik (E.S.Bauer, von Bertalanffy, Prigogine)
- der Chaostheorie (aus der Mathematik)
- vor allem aber aus der Quantenphysik.
Nach Prigogine befinden sich Lebewesen, bei ständiger Energiezufuhr (Nahrung,
Sonnenlicht etc.), in energetisch nicht ausgeglichenem Zustand mit der Umgebung
(thermodynamischem Nicht-Gleichgewichts-Zustand). Durch Energieaufnahme bleibt
ihre Ordnung erhalten, sie zerfällt nicht. Sie können sogar eine höhere Ordnung,
komplexere Strukturen aufbauen.
Ausserdem können sie durch geringste Einflüsse ihren Ordnungszustand schlagartig
ändern (eine Art "makroskopischer Quanteneffekt"), d.h. von einem ungeordneten
Zustand in einen geordneten Zustand kippen, indem die vorher sich individuell
verhaltenden Teilchen sich wie ein Ganzes verhalten ("kollektive Zustände").
Sie sind dann in der Lage, sehr sensibel auf Reize zu reagieren (Verstärkereffekt).
Der vor kurzem verstorbene Herbert Fröhlich sowie auch Popp und der sowjetische
Biophotonenforscher Injuschin weisen darauf hin, daß dieses Modell einer
wesentlichen Erweiterung bedarf. Ein solches "kohärentes Verhalten" einer grossen
Zahl von Teilchen (Materie) ist nur durch das Wirken eines kohärenten
elektromagnetischen Feldes zu verstehen, in das alle Materie eingebettet ist.
Erst durch die Verlagerung der Aufmerksamkeit von den Teilchen (Chemie) hin zu den
Feldern, von lokalen Wirkungen zu Feld-Wirkungen (Systemwirkungen) beginnt das
Verständnis des Lebendigen durch die Wissenschaft.
Und hier kommt nun der neue Aspekt der Information ins Spiel.
INFORMATIVE WIRKUNGEN IN DER BIOLOGIE
Beobachtungen der Biophotonenforschung wie die Wirkung geringster Reize,
nichtlineare Effekte und die schmalen Fenster der Wirksamkeit weisen darauf hin,
daß wir es hier mit informativen Wirkungen zu tun haben.
Obwohl der Schritt vom Teilchenaspekt der Wirklichkeit zu ihrem Feldaspekt -
den allerdings ein großer Teil der Wissenschaft noch nicht vollzogen hat -
bereits ein großer und wichtiger Schritt ist, drängt sich aus den genannten
Beobachtungen und aus verschiedenen theoretischen Überlegungen von Physikern
bereits ein noch weitgehenderer Schritt auf.
Nach der klassischen Physik muß immer Energie übertragen werden, damit Wirkungen
ausgelöst werden (je mehr Energie, umso stärker die Wirkung). Viele experimentelle
Beobachtungen können aber so nicht erklärt werden. Deshalb sagte der sowjetische
Physiker Alexander Presman bereits 1968 - in seinem Pionierwerk über die biologischen
Wirkungen elektromagnetischer Felder - bei den Wirkungen dieser Felder auf (und in)
Lebewesen seien "informative Wirkungen" wahrscheinlich wesentlich bedeutender als
Energieübertragung.
Vieles weist darauf hin, daß im Bereich der Biologie Informationsübertragung eine
Schlüsselrolle spielt, die oft über Resonanzen von Schwingungen erfolgt. Als
Informationen können dabei z.B. Veränderungen von Rhythmen und Frequenzen oder
Energie-Schwankungen wirken.
Informative Wirkungen sind gezielt und deshalb ökonomisch (Prinzip des geringsten
Aufwandes), aber oft nicht linear-kausal/lokal, d.h. sie greifen feldartig bei
allen potentiellen Wirkorten (wo Resonanzen möglich sind) an, bis etwas "passt"
oder "einhängt". Sie funktionieren nach dem "Alles-oder nichts"-Prinzip, das
bereits vor über 100 Jahren bekannt war (Fechner-Weber`sches Gesetz): bei der
Anwendung eines Reizes (z.B. bei kontinuierlicher Verstärkung) geschieht entweder
nichts oder dann stellt sich die gesamte Wirkung ein, was bei einer ganz bestimmten
Schwelle der Fall ist (wobei eine weitere Verstärkung nichts bringt). Wir haben es
also mit gequantelten Wirkungen zu tun, was ein Hinweis darauf sein könnte, daß es
sich um makroskopische Quanteneffekte handelt. Solche informativen Wirkungen
verbreiten sich durch kohärente Verstärkungseffekte oft schlagartig über große
Bereiche und scheinen eine große Reichweite zu haben.
Informative Reize scheinen die adäquateste und wirksamste Form darzustellen, um
die empfindliche Regulation in biologischen Systemen zu beeinflussen, wahrscheinlich,
weil diese selbst sich entsprechender Signale bedient.
DAS "INFORMATIONSFELD" UND SEINE BIOLOGISCHE BEDEUTUNG
Die informative Wirkung elektromagnetischer Felder ist ein Hinweis darauf, daß
diese Felder einen bisher übersehenen Aspekt besitzen, der von allergrößter
Bedeutung gerade auch für die Biologie ist.
Der sowjetische Mediziner Wlail P.Kasnatschejew, Mitglied der Akademie der
Medizinischen Wissenschaften der UdSSR aus Nowosibirsk, hat in der Nachfolge
von Gurwitsch ein Experiment durchgeführt, das diesen Aspekt zum Vorschein bringt.
Ausgehend von einem Experiment von Alexander Gurwitsch machte Kasnatschejew folgenden
Versuch, den er über viele Jahre hinweg unzählige Male mit Erfolg wiederholt hat:
In zwei Petrischalen sind Zellkulturen, von denen eine mit Viren vergiftet wird.
Die beiden Schalen können nur optisch durch eine Glasscheibe miteinander
kommunizieren; Kontakt über chemische Substanzen ist ausgeschlossen. Wenn es
sich bei der Scheibe um Quarzglas handelt, das UV-Licht durchlässt, so zeigen
sich nach einer Weile die gleichen Vergiftungssymptome in der zweiten Schale, die
keine Viren enthält. Bei gewöhnlichem Fensterglas, das für UV-Licht undurchlässig
ist, geschieht nichts. Dieses Experiment, das allerdings bisher von keinem westlichen
Wissenschaftler reproduziert werden konnte, scheint für eine interzelluläre
Informationsübertragung über Biophotonen zu sprechen.
Nach Popp muß hinter dem von den Zellen abgegebenen Licht, wie es aussen als
Biophotonenstrahlung gemessen werden kann, ein Biophotonenfeld in der Zelle stehen,
das einer direkten Messung nicht zugänglich ist. Im Gegensatz zur "aktuellen
Information" der emittierten Photonensignale handelt es sich bei diesem Feld um
"potentielle Information". Dieses nicht messbare, hochkohärente holografische
Feld aus stehenden Wellen mit seinen eigenartigen, wenig erforschten Eigenschaften
entspricht wohl dem "Führungsfeld", wie der Einsteinschüler David Bohm seine
"implizite Ordnung" auch genannt hat. Dieses allen anderen Feldern, aber auch der
Materie zugrundeliegende Feld - das völlig anderer Natur ist als elektromagnetische
Felder - bildet eine Dimension der Wirklichkeit, durch die/in der alles mit allem
verbunden ist. Dadurch wird es zu einem alles durchdringenden "Informationsfeld",
aus dem die schöpferischen Impulse stammen, die letztlich alles materielle Geschehen
steuern. Dieses Feld besitzt eine innere, verborgene Struktur, die die die
Wahrscheinlichkeit für bestimmte Ereignisse erhöht, Möglichkeiten kanalisiert -
was exakt einer sowjetischen Definition von Information entspricht.
Die Kohärenz- und Lasereigenschaften, die die Biophotonenforschung an lebenden
Zellen und Organismen feststellt, bedürfen noch einer systematischen Erforschung.
Es zeichnet sich allerdings bereits ein hochinteressanter Zusammenhang zu den
bisher weitgehend theoretisch gebliebenen Erkenntnissen der Physik über die
sogenannte "Vakuumenergie" bzw. das "Quanten-Potential" ab. Der sogenannte
"Aharonov-Bohm-Effekt" hat gezeigt, daß in einem Nullfeld, das durch die
gegenseitige Auslöschung zweier (oder mehrerer) elektromagnetischer Felder entsteht,
zwar die elektrische und die magnetische Komponente tatsächlich Null werden,
aber trotzdem ein sogenanntes elektromagnetisches Potential zurückbleibt,
das physikalische Wirkungen haben kann. Nach einigen Forschern bauen sich
alle elektromagnetischen Felder aus solchen Potentialen auf, die sie für
fundamentaler als die elektromagnetischen Wellen halten. Und die Potentiale
sollen nichts als eine Eigenschaft des leeren Raums (Vakuums) sein, nämlich
lokale Raumkrümmungen. Die Topologie des Raums wiederum unterliegt einer direkten
Wechselwirkung mit dem Bewusstsein. In diesem Modell, das Bohms "implizite Ordnung"
auf etwas andere Weise beschreibt, besteht das Biophotonenfeld im Inneren von
Organismen in erster Linie aus (nicht-elektromagnetischen) Potentialen oder
"Skalarwellen" (Bearden); die messbare Biophotonenstrahlung ist Ausdruck von
Veränderungen der inneren Raumhaftigkeit im Organismus oder in Bereichen davon,
die wiederum z.B. durch seelisch-geistige Feld-Veränderungen, aber auch andere
Einflüsse entstehen können.
ORGANISMEN ALS INFORMATIONSSPEICHER
Wie die Biophotonenforschung immer wieder zeigt, sind Lebewesen in der Lage,
Licht zu speichern, das dadurch zu Biophotonen wird. Popp und andere Forscher
konnten plausibel machen, daß die DNS-Spiralmoleküle der Erbsubstanz den
Hauptspeicher der Biophotonen in der Zelle darstellen, wobei die DNS-Moleküle
der Zellkerne möglicherweise mit anderen lichtspeicherfähigen Molekülsystemen
(z.B. den Melaninen) kooperieren. Es spricht vieles dafür, daß im holographischen
Biophotonenfeld des Gesamtorganismus die für das lebendige Funktionieren und die
Weiterentwicklung des Organismus notwendigen Informationen gespeichert sind.
Eine entsprechende Theorie, die auch auf Popps Arbeit aufbaut, haben Kasnatschejew
und Mitarbeiter vor kurzem vorgelegt.
Bei der Informationsspeicherung im Organismus dürfte das Zusammenwirken des Feldes
mit dem Strukturgedächtnis des Wassers, aus dem beim Menschen 60-70 % des
erwachsenen Körpers besteht, eine wichtige Rolle spielen. Dies wird auch durch die
Forschungen über die Grundregulation nach Pischinger wahrscheinlich.
EINE NEUE DIMENSION DES UMWELTPROBLEMS: DER INFORMATIVE ASPEKT DER UMWELTVERSCHMUTZUNG
Sollte die Gedächtnisfunktion des Wassers bestätigt werden, so haben wir es mit
einem schwerwiegenden neuen Faktor der Umweltproblematik mit ebensolchen
medizinischen Konsequenzen zu tun. Wasser ist nicht nur Hauptbestandteil der
Organismen selbst, sondern auch wichtigstes Lösungsmittel und Medium der
Stoffkreisläufe auf unserem Planeten. Mehr als 90 % aller Krebserkranklungen
werden auf Chemikalien in Umwelt und Wasser zurückgeführt, während Viren und
Strahlung usw. nur für höchstens 10 % aller Tumoren verantwortlich gemacht
werden. Chemikalien, die im Wassermilieu der Umwelt transportiert werden und
so in Trinkwasser und Nahrung gelangen, sind auch mit für die zunehmenden
allergischen Beschwerden verantwortlich.
Wenn tatsächlich von diesen Chemikalien, aber auch von elektromagnetischen
Feldern und Radioaktivität, im Wasser eine Information zurückbleibt, dann bleibt
auch nach gründlichster Reinigung in Abwasser-Reinigungsanlagen ein Problem für
die Gesundheit zurück. Diese Informationen hätten, wie die Forschungen von Cyril
W. Smith und anderen vermuten lassen, dann wiederum die Fähigkeit, den Organismus
über das Wasser zu beeinflussen. Diese Möglichkeit wird durch die Beobachtung
erhärtet, dass Allergiker oft Probleme mit Trinkwasser haben. Viele von ihnen
können nur Quellwasser oder dreifach destilliertes Wasser oder Wasser in Form
von Fruchtsaft zu sich nehmen, einige verkraften nur Wasser, das für mehrere
Tage im Erdboden vergraben war.
Auf einen möglichen "informativen Aspekt der Umweltverschmutzung" weist der
sowjetische Biophotonenforscher Viktor M. Injuschin, Leiter der Biophysikalischen
Abteilung der Kasachischen Staatsuniversität in Alma-Ata hin. Nach Professor
Injuschin verändert z.B. radioaktive Strahlung durch Resonanz die Struktur des
Wassers in Zellen und Extrazellulärraum. Diese Veränderungen persistieren
wegen der Erinnerungsfähigkeit von Zellen und Wasser auch nach der Exposition,
und da Wasser und elektromagnetisches Feld in den Zellen überdies
Verstärkungsmechanismen besitzen, können so auch kleine Strahlendosen langdauernde
Wirkungen haben. Die veränderten Wasserstrukturen können nach Injuschin zu
pathologischen Veränderungen und Immunschwächung führen.
Zur "bioenergetischen Rehabilitation" von solchen Strahlenschädigungen hat
Injuschin ein Verfahren entwickelt, das auf der Anwendung laserstrukturierten
Wassers beruht. Das verwendete Wasser wird ausser mit besonderen Lasern auch
mit Druck und mechanisch behandelt und soll eine spezielle chemische
Zusammensetzung besitzen. Seine Wirksamkeit wurde durch Tests am
Severtsov-Institut der Akademie der Wissenschaften der UdSSR bestätigt.
Injuschin schlägt auch ein grossangelegtes Programm zur bioenergetischen
Rehabilitation von Wasser in Staudämmen, Seen und Flüssen und von Vegetation und
Tierwelt in Tschernobyl und anderen Strahlenkatastrophengebieten vor.
In Alma-Ata ist bereits seit einigen Jahren die erste seiner Laser-Einheiten
zur Reinigung und Strukturierung von Stadtabwässern in Betrieb.
Da sie den Strukturaspekt des Wassers, und somit den Aspekt der Verfügbarkeit
von Schadstoffen, der durch die Wasserstruktur beeinflusst wird, nicht
berücksichtigen, wirken konventionelle Kläranlagen ohnehin als eine Art von
"Wasservernichtungsanlagen", wie Hacheney schreibt. Beim Bau solcher Anlagen
wäre somit der informative Aspekt der Umweltverschmutzung ebenfalls zu
berücksichtigen, wie dies Injuschin vorschlägt.
Unter diesem neuen Aspekt besitzen sowohl die chemische Umweltverschmutzung
wie auch diejenige durch Radioaktivität und elektromagnetische Felder eine
gemeinsame Wirkungsbasis: sie stören, blockieren oder verfälschen die internen
biologischen Kommunikations- und Steuerungs-Mechanismen und -Kanäle in Organismen
und Umwelt, deren Funktionieren auf dieser elektromagnetisch-informativen Ebene
durch die neueste Forschung immer wahrscheinlicher gemacht wird. Erst eine
Berücksichtigung dieses grundlegenden Aspektes wird Umweltschutzmassnahmen
zu mehr als nur Symptombekämpfung machen. Methoden wie die Biophotonenmessung
mit ihrer Verwendung von Biodetektoren, die in der Lage sind, solche informativen
Wirkungen anzuzeigen, dürften aus diesem Grund eine zunehmende Bedeutung in
der Umweltanalytik erlangen.
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